Montag, Juli 13, 2009

Das Chorherrenstift St. Ulrich und Afra zu Kreuzlingen

Der Gründer des Chorherrenstiftes ist Bischof Ulrich I. von Konstanz (1111-27). Im Jahre 1111 wurde er von Kaiser Heinrich V. (1106-25) als Bischof von Konstanz eingesetzt, mitten im Streit zwischen dem Kaiser und Papst Paschalis II. (1099-1118). Es war die Epoche der "Gregorianischen Reform" (benannt nach Papst Gregor VII. 1073-85), in der auch der "Investiturstreit" entstand, wo es um die Frage ging, ob der Kaiser weiterhin Bischöfe einsetzen dürfe. Dass sich Ulrich von Heinrich V. als Bischof bestimmen ließ, hat ihm der Papst nie verziehen. Erst 1118 gab dessen Nachfolger, Gelasius II. (1118-19), Ulrich die Erlaubnis, sich zum Bischof weihen zu lassen.
Chorherrenstift St. Ulrich und Afra, KreuzlingenBischof Ulrich war kein Gegner der Reform, den Konstanzer Bischofsstuhl hat er in einer Notsituation übernommen. Er war eng mit den Augustiner-Chorherren verbunden, deren Gemeinschaften aus der "Gregorianischen Reform" heraus entstanden. Zusammen mit seinen Eltern und seinen Brüdern hatte er schon 1095 an der Gründung des Stiftes der Augustiner-Chorherren in Neresheim mitgewirkt. So war es für ihn naheliegend, auch bei seiner Bischofsstadt ein Stift nach dr Regel des heiligen Augustinus zu gründen. Da das Stift auch der päpstlichen Bestätigung bedurfte, konnte er wohl erst nach 1118 mit der Verwirklichung seines Planes beginnen. Auf Grund einer Quelle - der "vita prior", in welcher das Leben Bischof Konrads beschrieben ist - ist anzunehmen, dass die Stiftskirche im Jahre 1124 vollendet war. Diese Quelle berichtet von den großen Festlichkeiten zur Feier der Heiligsprechung Bischof Konrads von Konstanz (934-75) am 26. November 1123. Eine "unzählbare Menge" sei herbeigeströmt, wie der Verfasser, Udalschalk, berichtet und habe an den Feierlichkeiten im Münster und an den Prozessionen teilgenommen. In einem Nachtrag zur "vita prior" erwähnt nun Udalschalk eine Prozession mit den Konradsreliquien zur "Basilika St. Ulrich, vor den Mauern gelegen", damit sich die beiden Heiligen, die im Leben freunde waren, begrüßen können. Diese Prozession muss im Jahre 1124 stattgefunden haben, vielleicht am Fest Christi Himmelfahrt, weil später an diesem Fest immer eine Prozession zum Stift war. Es ist nun zu fragen, warum diese Prozession nicht schon währen der Feierlichkeiten im November 1123 stattfand, hätte sie doch bestens ins Programm gepasst. Da kann die Antwort wohl nur sien, dass damals die Kirche noch im Bau, 1124 dann vollendet war. Aber die Gemeinschaft der Chorherren war schon beieinander, wird doch für 1123 bereits der erste Propst des Stiftes, Heinrich, genannt. Am 27. November 1125 bestätigte Paps Honorius II. (1124-30) dem Propst Heinrich das Stift und da kanonische Leben nach der Regel des heiligen Augustinus, erlaubte die freie Wahl des Propstes, gab das Beerdigungsrecht und drohte allen, die das Stift schädigen, mit dem Bann. Ende des Jahres 1125 war also die Gründung des Stiftes vollendet; da der Bau einige Zeit beanspruchte, kann der Beginn um das Jahr 1120 angesetzt werden. Papst Lucius II. (1144-45) nahm das Stift am 14. Oktober 1144 in den Schutz des heiligen Petrus und in den seinen.
Das Chorherrenstift wurde nicht in der Stadt errichtet, sondern sogar noch außerhalb des bischöflichen Fronhofes Stadelhofen: auf dem Gelände gegenüber dem heutigen Bellevue-Areal. Dieses Abseits erklärt sich aus dem eremitischen Einfluss, der in der strengeren Form der Augustinus-Regel wirksam war.
Eine Notiz in der päpstlichen Urkunde kann auf die Herkunft der ersten Chorherren hinweisen: aus den weltlichen Stuften der Kathedrale und von St. Stefan. Es gibt andere Beispiele, dass sich reformwillige Chorherren aus weltlichen Stiften zu klösterlichen Gemeinschaften zusammenfanden.
Bischof Ulrich gab seiner Gründung das Doppelpatronat "Ulrich und Afra", ein typisches Augsburger Patronat. Diese Wahl ist leicht erklärbar. Bischof Ulrich entstammte derselben Familie wie der heilige Ulrich von Augsburg: aus dem Hause der Grafen von Dillingen. Auch das von der Familie Ulrichs errichtete Stift in Neresheim wurde Ulrich und Afra geweiht. Noch einen zweiten gab es, der alles Interesse an diesem Patronat hatte: Udalschalk, den Verfasser der "vita prior", der Mönch des Klosters Ulrich und Afra in Augsburg war.
Von Heinrich, dem ersten Propst, berichtet uns eine Überarbeitung der "vita prior", die "vita altera": Heinrich hatte schon unter Bischof Gebhard III. (1084-1110) das Amt des Viztums, des Ökonoms des Bistums, inne. Mit Udalschalk zog er 1123 nach Rom, um die Heiligsprechung Konrads zu erreichen. Die Stellung, die er schon unter Bischof Gebhard innehatte, weist ihn aus als einen Mann der Reform und in ihm fand sicher Bischof Ulrich den geeigneten Mann, seinen Plan, ein reguliertes Chorherrenstift zu gründen, auszuführen.

Das Hospiz des heiligen Konrad und seine Erneuerung

Auf dem Laterankonzil vom 28. März 1123 wurde Bischof Konrad (934-75) heilig gesprochen; der Gang Udalschalks und Heinrichs hatte sich gelohnt. Darauf fand das schon erwähnte große Fest am Konradstag 1123 statt. Darunter waren auch drei Herzöge, deren Namen wir der Urkunde Kaiser Heinrichs V. von 1125 entnehmen können: Der Staufer Friedrich, Herzog von Schwaben, der Welfe Heinrich der Schwarze, Herzog von Bayern, und der Zähringerherzog Konrad. Diese brachten Gaben dar für die Armen und die Pilger. Nichts schien nun richtiger, schreibt Udalschalk, als damit das vom heiligen Konrad gegründete, aber altersschwache Hospiz zu erneuern. Die Heiligsprechung Konrads muss das Hospiz wieder ins Blickfeld geführt haben, und die Überlieferung war in Konstanz noch lebendig, dass Bischof Konrad das Hospiz gegründet hat. Es muss sich in argem Zustand befunden haben; Udalschalk nennt es "durchs Alter baufällig", die kaiserliche Urkunde gar "teilweise zerstört" und gibt dafür auch den Grund an: die Nachlässigkeit einige Nachfolger Bischof Konrads. Es war also nicht, wie es da und dort heißt, "vom Krieg zerstört", sondern vernachlässigt und mehr als renovationsbedürftig. Udalschalk nennt auch den Zweck des Hospizes: Es soll zwölf Arme nebst anderen, die vorbeiziehen, aufnehmen; es war also nicht ein Krankenhaus, sondern eine Armen- und Pilgerherberge. In welchem Jahr Konrad das Hospiz gründete, ist nicht bekannt. Das Hospiz lag in der Stadt Konstanz, innerhalb des damaligen Mauerringes, wohl an der heutigen Wessenbergstraße in Münsternähe. Spätere Chronisten erzählen, allerdings etwas ungenau, dass am Obermarkt ein Spital gewesen sei; über den Zweck geben sie keine Auskunft. Vielleicht ist hier eine Erinnerung an den ursprünglichen Standort des Hospizes erhalten geblieben.
Die kaiserliche Urkunde überliefert uns auch den Namen des Hospizes: "Crucelin", so habe es im Volksmund geheißen. "Crucelin" - "Kreuzchen", das lässt darauf schließen, dass es sich um ein Heiligkreuz-Hospiz gehandelt hat, und das passt auch in das "Jerusalemprogramm" Konrads: neben der Mauritiusrotunde mit der Kopie des Heiligen Grabes zu Jerusalem ein Heiligkreuz-Hospiz. Von daher ist es auch wahrscheinlich, dass die Betreuung des Hospizes den Chorherren von St. Mauritius - auch hier die Zwölf-Zahl - übergeben wurde, aber sicher nicht "Augustinern und Augustinerinnen", wie es auch schon gesagt wurde; denn zur Zeit des heiligen Konrad gab es weder das eine noch das andere.
Eine spätere Überlieferung führt den Namen "Crucelin" auf eine Kreuzreliquie zurück, die Bischof Konrad dem Hospiz geschenkt habe. Diese Überlieferung ist glaubwürdig; dafür spricht schon die volkstümliche Verkleinerungsform "Crucelin". Ob der Holzsplitter wirklich vom Kreuz Jesu stammt, ist eine Frage, die nicht schlüssig beantwortet werden kann. Bischof Konrad unternahm dreimal eine Pilgerreise nach Jerusalem. Da wird er eine Partikel des damals als echt verehrten Kreuzesholzes mitbekommen haben. In jener Zeit kam die Verehrung des Kreuzes und des leidenden Herrn auf. Dass auch Konrad davon ergriffen war, zeigt schon sein von ihm errichtetes Heiliges Grab in der Mauritiusrotunde. Sei es nun mit der Frage nach der Echtheit so oder anders, wesentlich ist nicht die materielle Identität, sondern die Zeichenhaftigkeit für das Kreuz Jesu.
Wir kennen auch den letzten Vorsteher des altersschwachen Hospizes: Henricus prepositus de Crucilino", gestorben an einem 25. Februar zwischen 1105 und 1119; so ist es dem Totenbuch von Wagenhausen zu entnehmen. Da er ausdrücklich "von Crucilin" genannt wird, lässt er sich nur in das damals noch in der Stadt bestehende Hospiz einordnen.
Eine Aussage im kaiserlichen Dokument gibt ein Rätsel auf: Bischof Gebhard (1084-1110) seligen Gedenkens habe nach dem weisen Rat seiner Kirche das Hospiz an den Ort verlegt, den die Bewohner "Munsterlin" nennen. Dieses Rätsel wird auf verschiedene Weise zu lösen versucht: Da sollen im Hospiz dienende Frauen nach Münsterlingen übersiedelt worden sein, aber nirgends ist die Rede davon, dass Frauen im Hospiz dienten, und eine Verlegung des Hospizes wäre das auch nicht gewesen. Oder es soll dort wirklich ein neues Hospiz eingerichtet worden sein. Nun aber lag 1123 das Hospiz nach dem Augenzeugen Udalschalk eindeutig in er Stadt, aber war zweifelsohne nicht mehr im Betrieb. Eine Erklärung für die Verlegung können die unsicheren Zeiten unter Bischof G3bhard bieten, während dessen Regierungszeit die Stadt auch unter Belagerungen litt. Als eine Lösung nur auf Zeit vorgesehen, hätten dann Pilger an einem etwas abgelegenen Ort eine Unterkunft gefunden; für die Armen war diese Lösung ungeeignet. Die Verlegung setzt auch voraus, dass dort bereits ein Klösterchen bestand, dafür spricht der volkstümliche Name "Munsterlin". 1123 war jedenfalls diese Münsterlinger Angelegenheit erledigt; Udalschalk weiß nichts davon.
Am 7. Januar 1125, ein gutes Jahr nach dem großen Konradsfest, erlaubte Kaiser Heinrich V. dem Bischof Ulrich, das Hospiz zu erneuern aus den Einkünften seiner Kirche und den Schenkungen der Fürsten.

Die Verlegung des Hospizes in das Chorherrenstift

Die Urkunde Kaiser Heinrichs anfangs 1125 spricht nicht vom Stift, sondern nur vom Hospiz. Dass aber damals schon geplant war, das Hospiz mit dem Stift zu verbinden, geht aus der Bemerkung hervor, Bischof Ulrich wolle das Hospiz erneuern zu Ehren der Heiligen Ulrich und Afra. Papst Honorius schreibt in seiner Urkunde vom 27. November 1125 von "Hospiz und Stift" zu Ehren dieser beiden Heiligen. 1127 sagt Bischof Ulrich, e habe eine Armenstiftung, welche in der Stadt für zwölf Arme war, auf das Stift übertragen.
Die Erneuerung des Hospizes kam Bischof Ulrich wohl gelegen. Was in der kaiserlichen Urkunde noch als Dotation für das Hospiz erscheint, gilt in seiner Urkunde für das Stift. Zugleich ergab sich für die Chorherren ein Tätigkeitsfeld, das sich mit den Anforderungen der strengeren Augustinus-Regel deckte.
Ein Bericht, die "vita altera", die etwa 25 Jahre später überarbeitete "vita prior", meldet, Bischof Ulrich habe zuerst das Hospiz in der Stadt erbaut, dann aber, besser beraten, die geschenkten Güter auf sein Stift übertragen; von einer Verbindung des Hospizes mit dem Stift ist nicht die Rede. Das sieht wie die Verteidigung eines um 1150 eingetretenen Zustandes aus, der noch zu erläutern ist. Der Bericht ist so zu verstehen, dass Bischof Ulrich zuerst das Hospiz in der Stadt wiederherstellen wollte - vielleicht war es nur ein Vorwand, und er hat sich dann auf die "bessere Beratung" gestützt - und es dann doch ins Stift verlegte und dass diese Verlegung und Verbindung mit dem Stift nicht überall auf Gegenliebe stieß; es ist anzunehmen, dass dieser Widerstand von Reformgegnern ausging. Wenn Bischof Ulrich 1127 an der Synode es allen zu wissen gibt, dass er eigens ein Gut gekauft habe, um das zu ersetzen, was er vom Eigentum des Bistums dem Stift gegeben hat, dann lässt auch das darauf schließen, dass er bei der Gründung und Ausstattung des Stiftes Widerstand erfahren hat. Die Tatsache bleibt: Das Hospiz wurde aus der Stadt ins neu gegründete Chorherrenstift verlegt und mit ihm vereinigt. Sein Ort war wohl innerhalb des Stiftbezirks. Und mit dem Hospiz kamen auch die Kreuzreliquie und der Name "Crucelin" ins Stift.

Zum weiteren Schicksal von Hospiz und Stift

Bis zum Jahre 1145 heißt es in den Urkunden immer "in Hospiz und Stift". 1146 wird Heinrich in einer Urkunde als Abt angesprochen: Die Probstei St. Ulrich und Afra wurde zur Abtei; in der Anrede fehlt aber das Hospiz. Heinrich starb zwischen 1146 und 1149; sein Nachfolger Mangegold wird 1151 als "Abt des Klosters St. Ulrich" bezeichnet. Wie Kaiser Friedrich Barbarosse (1125-90) das Stift 1154 auf die Bitten seines Onkels Welfs IV. und des Abtes Mangold in seinen Schutz nimmt, schreibt er "abbatia CRUCELIN". Diese erste kaiserliche Urkunde für das Stift bezeichnet aber auch die Urkunde Kaiser Heinrichs von 1125, die dem Hospiz galt, als für das Stift gegeben. Mit der Erhebung der Propstei zur Abtei wird also das Hospiz nicht mehr genannt. Das dürfte zusammenhängen mit dem Übergang von der strengeren zur milderen Augustinus-Regel; und so wurde das Hospiz zur Nebensache. Wann es völlig unterging, ist nicht auszumachen. Wenn 1253 in einer päpstlichen Urkunde von einem Hospital des Klosters die Rede ist, aus dem Soldaten des Bischofs Eberhard (1248-74) Arme, Gebrechliche und Kranke hinausgeworfen haben, so passt diese Beschreibung sehr gut zum 1259 erstmals genannten Siechenhaus auf dem Hörnli. 1293 wird erwähnt, dass das Kloster zu den vier "Raiti", den Armenpflegen der Stadt, gehört; vom Hospiz ist nicht die Rede.
Mit dem Übergang von der Propstei zur Abtei um 1146 war wohl auch die Übernahme der Pfarreiseelsorge verbunden, bis anfangs des 19. Jahrhunderts umfasste die Klosterpfarrei Kreuzlingen die Dörfer Egelshofen und Kurzrickenbach sowie die Konstanzer Vorstadt Stadelhofen mit der Filialkirche St. Jokok (erbaut 1399), die 1814 profaniert wurde, undderen Gemäuer heute noch an der Kreuzlingerstrasse 15 steht, deren "Inhalt" aber der ursprünglichen Zweckbestimmung stark entfremdet ist.
Was vom Hospiz beim Stift blieb, ist einzig die Kreuzreliquie und der Name "Crucelin".

"Crucelin" - "Kreuzlingen"

Ein Nachgehen der Entwicklung und der "Wanderungen" dieses Namens gibt uns zugleich einige Einblicke in die weitere Geschichte des Chorherrenstiftes.
Der Ursprung des Namen liegt in Konstanz, im Hospiz des heiligen Konrad; dieses Hospiz hat den Namen dem Stift weitergegeben, mit ihm blieb er bleibend verbunden und konnte sogar "St. Ulrich" verdrängen; die heilige Afra wurde schon früh nicht mehr eigens erwähnt. Kontinuierlich verbunden mit dem Namen "Kreuzlingen" ist bis heute die ehemalige Klosterpfarrei, die Pfarrei St. Ulrich.
1152 kommt in Urkunden der Name wieder vor als "Crucilingen", in der falschen ingen-Form; ein gleicher Vorgang wie er auch in "Munsterlin" - "Münsterlingen" geschehen ist. Aber noch lange Zeit ist auch die ursprüngliche Form "Crucelin" in Geltung, schon in der zeitlich folgenden Urkunde, der schon erwähnten Kaiser Barbarossas von 1154, heißt e wiederum "Crucelin".

Kreuzlingen, St. Ulrich

Nach 1499 wurde das Kloster 1633 zum zweiten Mal zerstört und nicht wieder am alten Ort aufgebaut. Zwei Gebäude vom "alten Kreuzlingen" blieben: das "Schäpfli", das Gasthaus des Stiftes und einst das einzige Haus an der Hauptstraße von der Grenze bis zum Stift, später ins Hotel "Helvetia" umgewandelt und 1896 abgebrannt, und noch heute wird der Platz nach diesem Hotel benannt; vielleicht könnte im "Schäpfli" das mit dem Stift verbundene Hospiz gewesen sein? Das andere Gebäude ist in Konstanz zu suchen: das "Haus zum Ackertor", Hüetlinstrasse 31, im Hinterhof, wiederhergestellt nach der Belagerung durch die Schweden, wiederholt umgebaut, trägt es die Jahrezahl 1770; es gehört zum alten Stiftsbezirk, war ein Wirtschaftsgebäude und wurde 1410 durch den Bau der Ringmauer um die Vorstadt Stadelhofen vom Kloster getrennt, blieb aber bis anfangs des 19. Jahrhunderts in dessen Besitz.
Nach 1650 erfolgte der Wiederaufbau von Kirche und Kloster an der heutigen Stelle und der Name "Kreuzlingen" wanderte selbstverständlich mit. Nachbar wurde die damals schon bestehende "Hofstatt"; zu ihr gehörte das Konstanzer Siechenhaus, das eine eigene ,von Augustiner-Eremiten aus der Stadt betreute Kapelle hatte; sie stand auf dem Platz der heutigen Hirschenpost. Diese "Hofstatt" war aber schon nicht mehr "Kreuzlingen"; denn dieser Name war bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts nur mit dem Kloster und seinen Besitzungen, bis zum Ende er Alten Eidgenossenschaft mit seinem klosternahen Niedergerichts-Bezirk, verbunden, zu dem nicht viel mehr gehörte als das Stift und seine Gebäudlichkkeiten. Wer nicht im Stiftsbezirk wohnte, wohnte nicht mehr in Kreuzlingen. Der große Stein, nach Verschiebung heute bei der Thurgauer Kantonalbank, ist d4er alte Grenzstein zwischen dem Gebiet Kreuzlingen und der konstanzischen Vogtei Eggen, zu der auch die Dörfer Egelshofen und Kurzrickenbach gehörten.
So hat sich um das Kloster keine Siedlung gebildet, wie wir da etwa in St. Gallen und anderswo sehen. Das Kloster ist siedlungsgeschichtlich sowohl am alten wie am neuen Ort ohne jee Bedeutung. Daher ist die Aussage der Reklametafel an der Hauptstraße falsch, die Geschichte Kreuzlingens sei die seines Klosters. Etwas vom ursprünglichen "Abseits" ist dem Kloster immer geblieben; das ist noch heute gut erkennbar. Die Hofstatt ist - wie schon erwähnt - älter als die Klostergebäulichkeiten, ebenso das Felsenschlössli. Auf der anderen Seite des ehemaligen Klosters ist die weite Gemeindewiese, und die gegenüberliegenden Häuser an der Hauptstraße wurden erste geraume Zeit nach der Aufhebung des Stiftes gebaut. Die Häuser etwa zwischen "Bären" und "Löwen" wurden als "bei" oder "vor" Kreuzlingen bezeichnet; erst später dehnte sich der Name auf die neuen Häuser ntlang der Hauptstraße aus, die auf ehemaligem, dem Kloster gehörenden Boden standen.
Noch in einem anderen Sinn kann man von einem "Abseits", ja fast von einem "Fremdkörper" sprechen: Das Kloster war ein schwäbisches Stift auf eidgenössischem Boden. So waren nach dem im Pfarrarchiv erhaltenen Professbuch unter den 58 Chorherren, welche zwischen 1725 und 1797 die Profess (die feierlichen Gelübde) ablegten, nur drei Schweizer. Das Stift galt auch als Reichskloster, in den Adressen an den Abt heißt es: "Prälat des Heiligen Römischen Reiches", und in der kleinen Herrschaft Hirschlatt nördlich von Friedrichshafen war er seit der Mitte des 18. Jahrhunderts gar reichsunmittelbarer "Landesfürst".
1848 wurde das Kloster aufgehoben, und um diese Zeit begann sich entlang der Hauptstraße eine neue Siedlung zu entwickeln, die sich nicht mehr "bei" oder "vor", sondern einfach "Kreuzlingen" nannte; die um 1840 eingerichtete Poststelle dürfte dazu beigetragen haben. Aber erst 1874 ging der Name "Kreuzlingen" auf die damalige politische Gemeinde Egelshofen über. Für das heutige Kreuzlingen und seine Geschichte, das heißt für die Dörfer Egelshofen, Kurzrickenbach und Emmishofen, ist das Stift lediglich eine Randerscheinung, wenn auch die ehemalige Klosterkirche zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden ist.

Freitag, Juli 03, 2009

Altar der Kapelle Mariahilf in Samnaun-Dorf

Altar Kapelle Mariahilf Samnaun-Dorf

Quelle: St. Josephsblatt, Nr. 10/11, Juli/August 2009, Josef Schmid, Postfach 225, 9403 Goldach

Donnerstag, Juni 25, 2009

Frauenkloster St. Martin, Hermetschwil AG

Frauenkloster St. Martin, CH-5649 Hermetschwil AG

Frauenkloster St. Martin, CH-5649 Hermetschwil AG

Sonntag, Juni 21, 2009

Pfarrkirche St. Notker, Häggenschwil SG

Pfarrkirche St. Notker, Häggenschwil

Pfarrkirche St. Notker, Häggenschwil

Kirche Dreifaltigkeit, Bern, vor 2006 und ab 2006

Bern, Dreifaltigkeitskirche, vor 2006

Bern, Dreifaltigkeitskirche, ab 2006

Wer besitzt noch eine entsprechende Aufnahme aus vorkonziliarer Zeit?

Unsere Liebe Frau von Oberdorf, Solothurn

Aufnahmen von Heinz Hongler, Ostermundigen (16.6.2009)

Gnadenaltar U.L.F. von Oberdorf, Solothurn

Gnadenbild U.L.F. von Oberdorf, Solothurn

Das alte Oberdörfer Wallfahrtslied:

1. Gegrüsst seist Du, Himmelskönigin,
Maria, Jungfrau rein.
Bist aller Bedrängten Trösterin
Für uns zu jeder Zeit.
Du bist viel schöner als der Mond und heller glänzend als die Sonn
für uns, für uns, für uns.

2. Du bist hell glänzend schön und klar
nicht nur an Gottes Thron,
sondern auch bei uns immerdar
mit Jesus deinem Sohn.
Denn, wer Dich ruft wird oft getröstet
und von Satans Ketten erlöst
durch dich, durch dich, durch dich.

3. Wie bist Du schön und gnadenreich
hier in Oberdorf.
Wer Hilfe sucht, den erhöhst Du gleich
an diesem Gnadenort.
So viele fromme Kinder Dein
besuchen Dich o Helferin
all hier, all hier, all hier.

4. Ganz hilf - wunderreich
bist Du an diesem Ort.
So bezeugt klein und gross,
dass hier Dein Gnadenhort.
Das ganze Land verehrt Dich hoch
und täglich vermehrt sich die Andacht
allseits, allseits, allseits.

5. Wie schön und zierlich bist Du da
in dieser Kapelle allezeit.
Viele Tausende besuchen Dich ja,
mit grösster Herzensfreud.
Keinem schlägst Du Deine Hilfe ab,
der Dich mit Vertrauen bittet
um Gnad, um Gnad, um Gnad.

6. Du schenkst uns, allen wohl bekannt,
in diesem marianischen Haus
sogar den heiligen Rosenkranz,
der hier gebetet wird.
Trostreich ist diese Bruderschaft
und unvergleichlich ihre Kraft
an Seel, an Leib, an Seel.

7. Viele Wunderzeichen sind bekannt
von allen Orten her.
Das jeder Kranke Hilf erlangt,
der sie mit Ernst begehrt.
Kein Sünder geht ohne Trost fort,
der seine Zuflucht sucht
bei Dir, bei Dir, bei Dir.

8. So kommt nun alle von nah und fern
von Stadt und Land hierher.
Die Gnade wirkt an diesem Ort,
weil alle Hilf und Trost erfahrn.
Die Mutter der Barmherzigkeit,
ist Beschützerin im letzten Streit
am End, am End, am End.

AMEN


Gnadenbild U.L.F. von Oberdorf, Solothurn

Wallfahrtskirche Oberdorf, Solothurn

Aufnahmen von Heinz Hongler, Ostermundigen (16.6.2009)

Wallfahrtskirche Oberdorf, Solothurn

Wallfahrtskirche Oberdorf, Solothurn

Klicken Sie hier, um die Glocken von Oberdorf zu hören!

Das Münsterportal, Bern

Münsterportal, Bern, 1460-1481
Das Jüngste Gericht - Le Dernier Jugement

Die Wallfahrtskapelle Heiligkreuz auf Bernrain

Auschnitt aus der Ratsscheibe in Konstanz von Wolfgang Spengler, 1624Über Kreuzlingen-Emmishofen, in Waldesnähe, an der Gabelung der Bernrain- und Brunnenstraße, steht die Kapelle Bernrain. Sie gehört mit ihrer 600jährigen Vergangenheit zu den ältesten Bauwerken von Kreuzlingen. Die Kapelle ist kein totes Mauerwerk, sie ist vebunden mit menschlichem Leben und einem interessanten und vielseitigen "Lebenslauf". Diese wechselvolle Geschichte gab der Kapelle verschiedene Namen: Wallfahrtskirche zum Heiligen Kreuz, Heiligenkreuzpfründe Bernrain, Heiligkreuzkapelle, Kapelle ad sanctam crucem thaumaturgicam (zum wundertätigen Kreuz), Filialkirche von St. Stephan Konstanz, Schlachtenkapelle Schwaderloh, Pfarrkirche Bernrain, Pfarrkirche Emmishofen, St. Konradskirchlein, Kreuzlinger Hochzeits- und Friedhofkapelle.
Im Mittelpunkt steht das Bernrainer-Kreuz, das, wie uns überliefert wird, zum Bau der Kapelle Anlass gegeben haben soll.

Die Sage vom Wunderkreuz und dem Bernrainer Kind

Das Wunderkreuz von Bernrain, KreuzlingenDie Geschichte wird in Sagenbüchern vielfach unter dem Titel: "Die Hand an Christi Nase", "Die Hand am Cruzifix", "Herrgott lass dich schneuzen", "Das Kruzifix von Bernrain", "Bernrainer Kind", "Denkmal einer Lästerung", "Wie die Kirche in Emmishofen entstand", erzählt. Grundgedanke ist, dass Freveltaten meist auf der Stelle wunderbar von der beleidigten Gewalt selbst meist hart bestraft werden. Die Bernrainer Geschichte ist wohl die einzige im Bodenseeraum, welche personifiziert, lokalisiert und sogar datiert ist. Die Überlieferung dürfte in der heutigen, verständlichen Fassung etwa so lauten:

In der Konstanzer Vorstadt Stadelhofen lebte einst ein richtiger Lausbub mit Namen Schappeler, der seiner armen Mutter viel Kummer und Sorgen beeitete. Daheim war er zu ordentlichen Arbeiten kaum zu gebrauchen. Die Mutter schickte ihn deshalb öfters in den Wald oberhalb Kreuzlingen-Emmishofen, um Holz für den Winter zu sammeln. Eine solche Beschäftigung sagte dem Tunichtgut ganz besonders zu, konnte er dabei doch nach Herzenslust im Wald von Schwaderloh herumstrolchen. Einmal, es soll am Tag der Heiligen Agnes, am 21. Januar 1384 gewesen sein, kamen Schappeler und seine Kumpanen auf ihrem Streifzug nach Bernrain. Sie warfen die gesammelten Holzbüschel zu Boden und ruhten sich beim dortigen Wegkreuz aus. Dem Schappeler wurde es schon bald zu langweilig. Das schlichte Kreuz mit der hölzernen Martergestalt des Heilands unter dem schützenden Dächlein hatte es ihm angetan. Er stellte sich vor das Kruzifix, griff dem Christusbild an die Nase, die ob der winterlichen Nässe einen Tropfen hangen hatte, und rief übermütig: "So Herrgott, lass dich einmal schneuzen, dann küss ich dich lieber!" Nach dieser Verhöhnung wurde er plötzlich bleich. Die andern Buben sahen, wie sich der Schappeler wand und alles versuchte, um seine Hand von der Nase loszubringen, was ihm aber nicht gelang. Voller Schreck rannten sie nach Konstanz zurück und erzählten aufgeregt, was beim Bernrainer Kruzifix geschehen sei. Schon bald bewegte sich eine Prozession mit Konstanzer Geistlichen und vielen Leuten vom Stadttor hinauf nach Bernrain. Als die Mutter ihren Buben so sah, kniete sie nieder und rief die Hilfe des lieben Gottes und der Mutter Maria an und versprach sieben Wallfahrten nach Einsiedeln. Plötzlich löste sich die Hand des Frevlers vom Kruzifix und alle waren von Freude und Dankbarkeit erfüllt. Diese eindrückliche Warnung, die dem Schappeler widerfahren war, besserte ihn nicht. Zwei Jahre später ließ ihm der Konstanzer Rat wegen Messerstecherei die Zunge herausschneiden und verbannte ihn auf Lebzeit aus der Stadt. Seit dieser Zeit nennt man einen ungeratenen Burschen "Bernrainer Kind".

Das Wunderkreuz von Bernrain, KreuzlingenMittelpunkt der Bernrainer Kapelle und der Wallfahrt ist und bleibt das "Wunderkreuz", wie es von jeher benannt wird. Das Kreuz, an dem nach der Überlieferung der Frevel geschah, steht auf dem Tabernakel des Hochaltars. An dem 85 cm hohen Holzschaft hängt ein unproportionaler, 52 cm großer Christuskörper, dessen Haupt durch die Dornenkrone niedergedrückt wird. Die Arme, Spannweite 48,5 cm, scheinen zu lange und die Beine zu kurz geraten zu sein. Der Lendenschurz ist hell mit blauem Futter gemalt. Die Füße werden von einem Nagel gehalten, während das Fußbrett fehlt. Das Gesicht gibt die Ruhe nach überstandenem Todeskampf wieder.

Das Wunderkreuz von Bernrain, Kreuzlingen

Stahlstich "Kapelle bei Schwaderloch" aus Zschokke

Aus: Guido Nünlist, "Wallfahrtskapelle Heiligkreuz auf Bernrain - Eines der ältesten Bauwerke der Stadt Kreuzlingen".

Die 78-seitige, reich bebilderte Broschüre von Guido Nünlist, gedruckt 1988, kann zum Preis von CHF 15.-- bezogen werden beim Herausgeber: Guido Nünlist, Ribistrasse 29, CH-8280 Kreuzlingen oder beim Katholischen Pfarramt St. Stephan, Bernrainstrasse 8, 8280 Kreuzlingen.

Donnerstag, Juni 18, 2009

Unsere Liebe Frau von Oberdorf, Solothurn

Unsere Liebe Frau von Oberdorf SO


Wallfahrtskirche Oberdorf SO

Ursprung und Alter der Oberdorfer Wallfahrt sind nicht bekannt. Wurde sie von Lommiswil übernommen? Welches Gnadenbild wäre vor der Zerstörung, 1375, verehrt worden? Die sitzende Madonna von Oberdorf entstand in der Zeit des Kirchenbaus, um 1420. Dieser war aber offensichtlich wegen der zunehmenden Wallfahrt notwendig geworden. Noch ungelöste Fragen! Die Erlasse des Konzils von Basel (1431-1437) über die Marienverehrung gaben der Wallfahrt neue Impulse, besonders als 1447 - verbunden mit einem Ablass - hohe Konzils-Teilnehmer die Kirche besuchten.
1457 ist erstmals offiziell eine Prozession des Stiftskapitels und der Pfarrei St. Ursen in Solothurn erwähnt. Von jetzt an fand sie alljährlich statt. Doch verzeichnete der Solothurner Chronist Franz Haffner für das Jahr 1453: "Umb dise Zeit wohnte nur ein Bruder zu Oberdorff / den liesse die Obrigkeit graw bekleyden". Papst Pius II. erteilte 1462 allen, die an Weihnachten, Mariae Verkündigung und an Kirchweih "diese Kirche andächtig besuchen und zu ihrer Erhaltung und Ausschmückung ein Almosen spenden, einen Ablass auf ewige Zeiten".
Nach der Reformation erlahmte das kirchliche Leben und auch die Wallfahrt, obwohl Solothurn beim alten Glauben blieb. Erst nach dem Tridentiner Konzil (1545-1563) setzten wieder Stiftungen ein. Der bekannte Solothurner Stadtschreiber Hans Jakob vom Staal erreichte in Rom von Papst Clemens VIII. ein Privileg, das die Wallfahrt mit einem Schlag wieder aufleben ließ: alle, welche "wegen Alter, Mangel an Zeit, Armut, körperlicher Schwäche, Kränklichkeit oder andern Ursachen an einer Wallfahrt nach Einsiedeln gehindert sind", konnten "in Oberdorf die nämlichen Gnaden und Ablässe erhalten". So wurde Oberdorf zum "solothurnischen Einsiedeln".
Nachdem die neue Kirche zu Anfang des 17. Jahrhunderts vollendet war, hatte "die vorige Wallfahrt sowohl als der Orth täglichen Miraculn halb allzeit stärcker zugenommen" (Haffner-Chronik). Zu dieser Zeit nahm auch der Pfarrherr ständigen Wohnsitz in Oberdorf. Eine vom Papst erlaubte Verlegung des serbelnden Klosters Beinwil nach Oberdorf (zwecks besserer Betreuung der Wallfahrt) kam nicht zustande. Mariastein erhielt den Vorzug. Dafür stiftete Altrat Urs Gibelin mit andern Patriziern 1648 die Kaplanei, nach dem Ratsmanual "zu Hülff des Pfarrherren... betrachtend den grossen Zulauff des inheimbschen und frembden Volkes zu disem gnadenreichen Orth". Zwei Jahre zuvor war - zu Ehren des Mutttergottes-Altars - die Rosenkranz-Bruderschaft errichtet worden. Ende 18. Jahrhundert kamen noch zwei neue Bruderschaften hinzu.
Doch im turbulenten 19. Jahrhundert ging die Wallfahrt, wie nach der Reformation, stetig zurück, und im Kulturkampf 1874 wurden die Bittgänge abgeschafft. Das kirchliche Leben schwand mehr und mehr. Erst in neuerer Zeit hat, wie anderswo, die Oberdorfer Wallfahrt wieder eingesetzt. Und zu den Gläubigen, die hier Trost und Hilfe suchen, gesellen sich, seit der gediegenen Restaurierung der Kirche, immer mehr Kunstfreunde.

Aus: Gottlieb Loertscher: "Pfarr- und Wallfahrtskirche Oberdorf SO" - Schweizerische Kunstführer - Herausgegeben von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte.

Donnerstag, Mai 28, 2009

Pietà aus der 1. Kapelle von 1674 in Untereggen bei St. Gallen

Pietà aus der 1. Kapelle von 1674, CH-9033 Untereggen

Salve Regina, mater misericordiae!

Maria,
als du unter dem Kreuz standest, erfüllte sich das Wort des greisen Simeon: ein Schwert wird dir durch die Seele dringen beim Sehen des Leidens und Sterbens deines Sohnes (Lk 2, 35). Auch in den dunkelsten Stunden seines Lebens bliebst du Jesus treu und hast ihn nie im Stich gelassen. Leid, Schmerz und Enttäuschung begleiten auch mich durch dieses Leben. Maria, ich bitte um deine Fürsprache, dass Gott mir die Bereitschaft schenke, Not und Leid in meinem Leben, die unvermeidbar sind, anzunehmen. Ich bitte um deine Fürsprache, dass ich in den Stunden der Not von Gott jene Kraft erhalte, die ich brauche, und die Hoffnung nicht verliere, dass er daraus etwas Neues, etwas Sinnvolles macht.
Gegrüsst seist Du, Maria...
Ehre sei dem Vater...

Mittwoch, März 18, 2009

Anmutung zur heiligen Ida

Heilige Idda von ToggenburgSei gegrüßt, o heilige und auserwählte Mutter Ida, du Trost aller betrübten Herzen, du getreue Fürbitterin aller derjenigen, die mit kindlichem Vertrauen zu dir ihre Zuflucht nehmen, o sei gegrüßt! Schon von Ewigkeit her hat dich Gott zu seiner Dienerin auserwählt, und deshalb vor einem frühen und grausamen Tode bewahrt. So sehr hat Gott in deinem frommen Herzen seine Liebe angefacht und so dasselbe mit Gnaden erfüllt, dass du großmütig Abschied nahmst von der Welt und gänzlich allen ihren Freuden und Genüssen entsagtest, um dich ausschließlich deinem göttlichen Bräutigam zu weihen in strenger Buße, Abtötung und Selbstverleugnung.
Ich bitte dich daher um der Liebe Jesu willen, erflehe mir wahre Erkenntnis meiner selbst, Demut und Reue über meine Sünden. Erflehe mir die Gnade, dass ich in christlicher Geduld nach deinem Beispiele alle Widerwärtigkeiten von der Hand Gottes freudig hinnehme, und im wahren Glauben, vollkommenen Vertrauen und heiliger Liebe bis an's Ende meines Lebens aushalte, um in die Zahl der Auserwählten aufgenommen, Gott ewig loben und preisen zu können.
Vorb.: Bitte für uns, o heilige Mutter Ida!
Alle: Auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

Gebet.
Allmächtiger, ewiger Gott, der du wunderbar und mächtig bist in Deinen Heiligen und in der heiligen Ida besonders wunderbare Dinge gewirkt hast: wir bitten Deine göttliche Majestät, dass Du ihren Geist und heiligen Eifer, womit sie Dir gedient hat, in unseren Herzen erweckest und ihre kräftige Fürbitte zum Besten des Leibes und der Seele uns angedeihen lassest. Durch Jesus Christus, unsern Herrn. Amen.

Die Gnadenmutter von Euthal

Gnadenmutter von Euthal (Schweiz)Mutter voll der Schmerzen, rette uns durch deine Fürsprache!